Capsule Wardrobe: Meine Erfahrungen und mein Fazit

Capsule Wardrobe: Meine Erfahrungen und mein Fazit

Ursprünglich wollte ich euch noch einen Zwischenbericht zu meiner Capsule Wardrobe geben und über meine ersten Erfahrungen, sowie Fehler erzählen, aber jetzt habe ich doch bis zum Ende gewartet. Das bedeutet auch, dass euch zum Schluss des Posts mein Fazit erwartet.

Capsule Wardrobe: Meine Erfahrungen und mein Fazit

Diese Woche endet also meine erste Capsule Wardrobe. Ich habe sehr viel über mich, meine Kleidung und meinen Stil gelernt, auch einige Fehler habe ich gemacht.
Die erste Woche war echt vielversprechend. Ich habe ein Oberteil getragen, das lange Zeit ungenutzt im Schrank lag und welches ich jetzt echt gerne trage. Die Wochen danach haben mir aber schon die Schwachstellen meiner Auswahl aufgezeigt.

Bevor ich gestartet hatte, habe ich eine Hose getragen, bei der ich wusste, die möchte ich gerne dabei haben, bei meiner Wahl, also war diese auch nicht vorher gewaschen worden. Sobald ich mein Kleiderschrank fertig eingeräumt hatte, hatte ich mich umgezogen und wir sind zu Freunden zum Abendessen gefahren. Besagte Freunde haben einen Hund und „intelligent“ wie ich war hatte ich meine schwarze Hose angezogen – nach dem Abend ging diese erstmal, voll mit Hundehaaren, in die Wäsche. Von drei Hosen in meinem Projekt, waren Zwei also schon in der Wäsche.

Tja, tollpatschig wie ich nun einmal bin, hatte ich mir tatsächlich, die dritte Hose einen Tag danach, mit Schokolade beschmiert. So schnell ging das und ohne meine zwei Backups wäre ich ohne Hose dagestanden. Meine Backups sind zwei Teile, die schon so dünn sind, dass es nur noch Tage dauert, bis sie durchgelaufen sind. Eine davon ist jetzt schon im Müll gelandet, da sie (nach 10 Jahren Benutzung) nun endgültig aufgetragen war.

Dann war mein großes Problem, eine ganze Waschladung zusammen zu bekommen, bevor ich nichts mehr anzuziehen hatte. Der Kleiderschrank wurde immer leerer, aber die Waschmaschine war immer noch nicht ausgelastet. Ich schalte die Maschine ungern an, so halb leer. Irgendwie habe ich das dann schon hinbekommen, nur mit ein paar Teilen blieb es schwierig, zum Beispiel die mintfarbene Strickjacke. Sie besteht zu einem großen Anteil aus Wolle, sie durfte also nicht zu heiß gewaschen werden und auch nicht zu sehr geschleudert werden. Da ich sonst nur dunkle Wollpullis im Schrank hatte, konnte ich den Cardigan nur einmal waschen, in den drei Monaten.

Ähnlich ging es mir mit der cremefarbenen Seidenbluse. Ich hatte nicht gesehen, dass sie am Saum einen Fleck hat. In der ganzen Zeit des Projekts habe ich sie nicht einmal getragen, da ich sie vorher hätte waschen müssen und ebenfalls keine ganze Waschladung für das Seidenteil zusammen bekam (und für Handwäsche, bin ich eindeutig zu faul ;)).

Nicht nur die Bluse habe ich gar nicht getragen, auch die zwei Röcke und die Shorts haben nicht einmal einen Einsatz gehabt. Das hatte ich mir am Anfang schon fast gedacht, ich bin einfach nicht so ein Rock- und Kleider-Mensch und im Winter ist mir das auch schlicht zu kalt. In Strumpfhosen fühle ich mich eigentlich immer unwohl und so ist das auch an milden Tagen nichts geworden, mit dem Tragen. Aber ich wollte mir trotzdem die Möglichkeit geben, deshalb hatte ich die drei Teile in meinen Kleiderschrank aufgenommen.

Auch ein Blazer anstatt von zweien hätte es getan. Den schwarzen Blazer aus Samt habe ich an Silvester getragen, der andere hing einfach ungenutzt im Schrank.
Natürlich hat das auch was damit zu tun, dass ich im Grunde die ganze Woche nur zu Hause bin und am Schreibtisch sitze und arbeite, selten komme ich nach draußen, vor die Tür. Es ist mir einfach zu unpraktisch in einem Blazer oder mit einengender Strumpfhose am Computer zu sitzen. Natürlich trage ich keine Jogginghosen und ausgebeulte Sweatshirts, aber eine gewisse Bewegungsfreiheit muss schon sein und deswegen lieber Jeans und Strickpulli.

Noch einen wirklich großen Fehler hatte ich bei der Zusammenstellung gemacht: Ich hatte mir nicht genug Zeit genommen, um Kombinationen mit meinen ausgesuchten Teilen auszuprobieren. Ich hatte mich auf Sachen geeinigt, die ich gerne im Winter tragen wollte, die aber teilweise sehr schwer in Kombination mit dem Rest waren. Da habe ich einen Pulli, der so einen großen Ausschnitt hat, dass ich kaum Longsleeves oder Blusen hatte, die darunter gut aussahen. Oder ein Longsleeve mit Kragen, den ich kaum unter Pullis tragen konnte. Oder die Weste die auf Allem, irgendwie falsch aussah. Da hätte ich mir definitiv mehr Gedanken machen sollen.

Ich glaube das ist auch der Grund, warum mich meine Sachen hin und wieder gelangweilt haben. Irgendwie habe ich dann doch die große Auswahl vermisst, da das was ich zum anziehen hatte, nicht richtig gut aussah.

Eine große Positive Sache hatte das aber allemal: Ich habe früher oft jeden Tag etwas neues aus dem Schrank gezogen und dann nach dem Tragen, auf den Stuhl gelegt – ich meine Hosen und Strickjacken braucht man nicht nach einmal tragen waschen. Bei dem Projekt hat mir eben die Masse gefehlt, um alles irgendwo rumliegen zu haben, daher habe ich die Outfits getragen, bis sie in die Wäsche mussten. Der Stapel auf dem Stuhl ist also kleiner geworden, ich war aber auch jedes Mal froh, wenn ich wieder frische Sachen aus dem Schrank nehmen konnte.

In diesem Post hatte ich über den besonderen Stapel im Schrank berichtet, der aus Teilen besteht, die repariert oder verändert werden müssen. Leider habe ich nichts davon bearbeitet, er ist sogar noch größer geworden…

Fazit:

Auch wenn ich nicht alles richtig gemacht habe oder bedacht hatte, ich hatte viel Spaß mit meinem Minimalismus-Kleiderschrank. Ich werde noch einen zweiten Versuch starten. Wettertechnisch wird das wieder eine Herausforderung werden. Die neue Capsule Wardrobe (oder dieses mal vielleicht wirklich Project 333?) soll also den halben März, den April, den Mai und den hallen Juni umfassen. Da kann also jede Temperatur vertreten sein, von Winter bis Hochsommer alles! Puh, mal sehen, wie ich das dieses Mal hinbekomme 🙂

Erreichen möchte ich eine „No-Brainer-Wardrobe“, also eine Garderobe, bei der man alles zusammen tragen kann und egal was man aus dem Schrank zieht – es passt! Daher nehme ich mir diesmal auf jeden Fall mehr Zeit für das Kombinieren – alles anprobieren und mindestens zwei brauchbare Outfits mit den Teilen gestalten.

Ich werde mich jetzt, drei Monate später, noch einmal den zwei Kisten mit den ausgemisteten Sachen widmen und sie dann weggeben.

Zum ausmisten noch einen Tipp: Fotos machen von ehemaligen Lieblingsdingen, die einfach nicht mehr gut sind und weg müssen. So habe ich zum Beispiel meine Lieblingspumps fotografiert und anschließend weggeworfen. Die Sohle war abgetragen und sie hatten sich verfärbt, also mussten sie gehen.
Wenn ihr Kleidung spenden wollt, dann lest diesen Artikel und ihr wisst wo ihr diese am besten hinbringt.

Hier noch meine liebsten Inspirationsquellen für Capsule Wardrobes, Project 333 und/oder Minimalismus:

YouTube:
Simply Newtral
My Green Closet
Lavendaire
Minimal Mimi
mademoiselle
Bookish & Belle
ViviannaDoesMakeup
Rachel Aust

Blogs:
Simply Newtral
jenny mustard
FashionqueensDiary

Wenn ihr meine vorangegangenen Posts zu Minimalismus und Project 333 lesen wollt, dann findet ihr hier meine Einführung, hier meine Vorgehensweise bis zur Capsule Wardrobe und hier den Überblick über meine Winter Garderobe 2015/16.

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8 Gedanken zu “Capsule Wardrobe: Meine Erfahrungen und mein Fazit

  1. pinktightsrock schreibt:

    Maaann, so ein Pech muss man erstmal haben, dass alle drei Hosen kurz nacheinander schmutzig werden. Aber eigentlich war ich mir sicher, dass du dann zwangsläufig zu einem Rock oder Kleid greifst, weil sonst nichts mehr übrig war 😉 Sehr interessantes Projekt, bin schon gespannt wies jetzt im Frühling weiter geht!

    Gefällt 1 Person

  2. widerstandistzweckmaessig schreibt:

    Hallo!

    Wenn ich die Garderobe klein halten will, dann suche ich nicht nach meinen Lieblingsteilen aus sondern auf der Kombinierbarkeit. D.h. alles sollte möglichst mit allem kombinierbar sein, dann ist eine größtmögliche Vielfalt an Kombinationen da.

    Letzten Sommer habe ich das so gemacht, ich war mit einem Rucksack 1 Monat lang unterwegs und habe wirklich auf das Gewicht achten müssen. Es gibt nichts Schöneres, als wenn wirklich alles miteinander kombinierbar ist.

    Ich finde, Du hast das gut zusammen geschrieben in Deinem Beitrag.

    Selbst wäre ich glaube ich nicht so konsequent gewesen, ich hätte vermutlich einen „Joker“ gezogen und z.B. die Seidenbluse gegen ein anderes Teil ausgetauscht. In Summe wäre es ja dann doch das selbe gewesen. Respekt!

    Viel Erfolg mit Deiner neuen Challenge in den nächsten Wochen!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

    • stephiehouseofwolf schreibt:

      Ja an der Kombinierbarkeit hapert es ein bisschen bei mir. Ich trage einfach zu gerne meine liebsten Teile und die passen nicht immer zusammen.
      So einen Rucksack-Urlaub würde ich auch gerne mal machen. Das ist bestimmt eine große Herausforderung.
      Viele Grüße
      Stephie

      Gefällt 1 Person

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