Meine ersten Schritte zu einer Capsule Wardrobe

Meine ersten Schritte zu einer Capsule Wardrobe

Minimalismus oder Project 333

Auf der Suche nach einem Weg mein Kleiderschrank zu minimieren, bin ich über einige interessante, aber auch radikale Herangehensweisen gestolpert. Auf YouTube zum Beispiel: Die Leute die dort Minimalismus „predigen“ habe ich immer als sehr dogmatisch empfunden. Mit dieser Vorstellung, mit so wenig wie irgend möglich durch das Leben zu gehen, waren sie für mich zu extrem und die Art und Weise, wie sie selbst von ihren Erfahrungen berichteten, grenzte teilweise schon fast an ein Zwangsverhalten.

Aber auf diesen Weg bin ich auf das „Project 333“ gestoßen. Das besagt, dass man sich 33 Teile für 3 Monate aussucht und den Rest des Kleiderschrankes in Kisten verstaut. Dabei kam mir die Limitierung nicht so streng vor, wie beim Minimalismus, da man sich nicht dauerhaft auf einen verkleinerten Kleiderschrank einrichten muss, sondern nur über einen begrenzten Zeitraum. Diese Challenge hörte sich für mich sehr spannend an.

Ich war quasi unterbewusst auf der Suche nach einer Möglichkeit weniger Klamotten zu haben, aber gleichzeitig kaum etwas her geben zu müssen. In meiner Vorstellung sollte das mit Project 333 funktionieren. Dadurch dass man für längere Zeit die selben Sachen trägt, ist die Kleidung schneller aufgetragen und ich kann sie am Ende mit gutem Gewissen weggeben. Also habe ich vor einem Monat das Projekt gestartet.

Meine ersten Schritte zu einer Capsule Wardrobe

Vorbereitung

Um mich auf die „Erneuerung“ meines Kleiderschrankes vorzubereiten, habe ich mit folgenden Schritten begonnen:

  • Recherche: Die Methode herausfinden, die mir am besten zugesagt hat
  • Ich habe mir eine Farbpalette überlegt, die gut zur Saison und zu mir passt
  • Da Weihnachten und Silvester vor der Tür stand, habe ich überlegt, welche Termine noch anstehen in den nächsten drei Monaten
  • Alles was ich getragen hatte und zu den 33 Stücken zählen könnte, habe ich gewaschen (und im besten Fall, sollten diese dann auch noch gebügelt werden^^)
  • Ich habe mir zwei Kartons bereitgestellt für die Kleidung, die ich einlagern wollte
  • Ich habe einen Karton bereit gestellt, der für die ausgemistete Kleidung war
  • Da ich die Kartons nirgendwo anders als wieder im Kleiderschrank lagern konnte, musste ich auch nirgends Platz schaffen, ansonsten wäre dieser Schritt noch danach gekommen

Bei der Recherche zu meiner Farbpalette, habe ich mir außerdem überlegt wie mein persönlicher Stil aussieht oder wie ich möchte, dass er aussieht. Sich auf wenige Teile zu beschränken kann eine gute Möglichkeit sein, seinen eigenen Stil zu finden und zu definieren. Steht man vor der Wahl und muss sich entscheiden, dann wählt man in der Regel seine besten Sachen, die man am liebsten jeden Tag tragen möchte – und das Beste an der Sache ist, dass man am Ende tatsächlich jeden Tag seine liebsten Sachen tragen wird.

 

Alles raus!

Ich muss sagen, die ganze Recherche zu dem Thema hat mir auf jeden Fall vieles erleichtert und beigebracht, so habe ich einiges von Marie Kondo übernommen:
Angefangen habe ich indem ich meinen ganzen Kleiderschrank geleert habe. Alles habe ich auf das Bett gelegt und nach Kategorien in Stapeln sortiert. Anschließend habe ich alles was ich nicht zu den 33 Teilen zählen musste (wie Schlafanzüge oder Sachen, die man nur zu Hause trägt, siehe auch hier), wieder ordentlich in den Schrank zurück gelegt.

Die „Ummodelierung“ meines Schrankes habe ich auch gleich zum Anlass genommen, um auszusortieren. Also bin ich in etwa so weiter vorgegangen:

Nachdem ich meinen ganzen Schrank geleert hatte und Schlafanzüge, Sportkleidung und Chill-Klamotten wieder reingelegt hatte, habe ich mir die erste Kategorie vorgenommen – in meinem Fall ärmellose Tops. Auch hier habe ich zuerst die aussortiert und zurückgelegt, die ich im Winter immer als Unterhemd, unter der Kleidung, also unsichtbar, trage. Dann habe ich alle anprobiert, bei denen ich unsicher war und diese, die ich schon lange Zeit nicht mehr getragen hatte. Einige habe ich dabei aussortiert und alle anderen habe ich in die Kisten gepackt, da ich zur kalten Jahreszeit sonst keine Tops trage.
Weiter ging es dann mit den T-Shirts, dabei bin ich genauso vorgegangen. Hier habe ich allerdings fast alle weggepackt, da ich auch diese im Winter in der Regel nicht trage. Ein paar habe ich auf den Stapel gelegt, für die Sachen, die ich eventuell an Silvester zum feiern anziehen wollte.

So in etwa habe ich dann weitergemacht, bis ich mich auf die Teile reduziert hatte, die für meine 33 Stück in Frage kamen. Dabei habe ich auch die Methode von Marie Kondo angewendet und jedes Teil einzeln in die Hand genommen und mich gefragt, ob es mich glücklich macht. Das hat überraschend gut funktioniert. Und was ich auch festgestellt habe, auch wenn ich dachte ich kenne meinen Kleiderschrank in und auswendig, es macht doch einen Unterschied, wenn man das Teil anprobiert, anstatt einfach von seiner Erinnerung ausgeht. Viele Sachen habe ich tatsächlich seit Jahren im Schrank und noch nicht einmal getragen. Das hat unterschiedliche Gründe, entweder es entspricht so gar nicht meinem Stil oder meiner Figur oder ich fühle mich einfach nur unwohl darin.

 

Endzustand

Letztlich hatte ich zwei und einen halben Karton voll mit Sachen, die ich einlagere und zwei kleinere Kartons mit Sachen, die ich weggeben möchte. Und ich muss zugeben, ich habe mich nicht auf die 33 Sachen einigen können, die bei Project 333 gezählt werden. Schuhe, Jacken, Schmuck, Schals, Mützen, Handschuhe, Unterhemden, habe ich alles nicht dazu gezählt. In meinen 34 Teilen sind jetzt enthalten: Longsleeves, Blusen, Blazer, Pullover, Cardigans, eine Weste, ein Rock, Hosen und eine Leggings.

Da ich eine Frostbeule bin und im Winter jeden Tag mindestens drei Schichten Oberteile trage, fand ich es ziemlich schwer mich soweit einzuschränken. Ich denke im deutschen Winter trägt man einfach mehr als im Sommer – zugegeben, ich bin ziemlich schlecht darin mich Wetter gemäß anzuziehen, vielleicht werde ich ja jetzt ein wenig besser in dem Punkt.

Zwei besondere Stapel habe ich außerdem noch in meinem Schrank: Den einen durfte ich nur anfassen, um mir Outfits für Weihnachten und Silvester auszusuchen. Da wollte ich mich noch nicht gleich festlegen, vor allem da es noch nicht abzusehen war, welche Temperaturen herrschen werden.
Auf den zweiten Stapel liegen Sachen, die ich reparieren muss: Da sind zwei Teile dabei, die Flecken haben, der eine Cardigan hat ein Loch und die anderen Teile will ich irgendwie umändern. Habe ich diese Reparatur gemacht, darf ich das Teil in meine Garderobe aufnehmen. Das soll eine Motivation für mich sein, endlich die Sachen tragbar zu machen.

Also habe ich nach der ersten großen Hürde schon feststellen müssen, sich zu reduzieren ist gar nicht so einfach. Aber liest man auf der Website zu Project 333 nach, so steht da klar und deutlich, man soll am Ende glücklich mit seiner Wahl sein und sich zu nichts gezwungen fühlen. Daher denke ich, habe ich mein erstes Ziel erreicht – nicht ganz Project 333, aber dafür eine Capsule Wardrobe.
Der Anfang hat mir auf jeden Fall schon mal riesigen Spaß gemacht. Ich habe mir dafür zwei Tage, mit insgesamt ca. sieben Stunden Zeit genommen (ursprünglich gerechnet hatte ich mit drei Stunden…).

Im nächsten Post zum Projekt, werdet ihr den Inhalt meines Kleiderschranks näher kennenlernen. Wenn ihr meine Einführung zum Thema noch einmal lesen wollt, dann findet ihr sie hier.

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5 Gedanken zu “Meine ersten Schritte zu einer Capsule Wardrobe

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