Review Jean Paul Gaultier Ausstellung Kunsthalle München | House of Wolf

Review Jean Paul Gaultier Ausstellung Kunsthalle München

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Die singenden Heiligen

Letzte Woche hatte ich endlich Zeit mir die „Jean Paul Gaultier“ Ausstellung in der Kunsthalle in München anzusehen. Ich hatte diese Ausstellung bereits 2012 in San Francisco gesehen und war sehr gespannt, ob sie einige neue Stücke seither mit eingebracht haben.

Aber von Anfang an: Die Ausstellung handelt über den beruflichen Werdegang und auch ein bisschen über das private Leben, von dem Modedesigner Jean Paul Gaultier. Ich bin schon lange ein Fan von seinen Werken, aber diese live und zum-anfassen-nah zu sehen, ist dann noch mal ein ganz anderes Gefühl. Das hat mir die Augen geöffnet, für seine genialen Kleider.

Er hat angefangen in den Siebziger Jahren mit Kleidung für Frauen und ein paar Jahre darauf auch Bekleidung für den Mann.
Von Anfang an ging es ihm bei seiner Arbeit nicht um das tragbare Kleidungsstück, sondern eher um das Ausleben von Kreativität. Kaum eines der gezeigten Kleider ist alltagstauglich, manche von ihnen scheinen, als ob sie nicht einmal einen Abend überleben würden. Es sind kleine Kunstwerke, die gesehen werden wollen. In der Hinsicht ist er wirklich einzigartig. Es geht im nicht um Kommerz, um das „Geldmachen“, sondern um Kunst in Form von Stoffen und anderen Materialien, die in Kleidungsform gebracht wurden.

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Männerkosett und Lingerie-Mantel

Was die Verwendung von Materialien angeht, habe ich selten einen mutigeren Designer gesehen. Man findet alles, von Stoffen wie Seide, Leinen, Wolle, über völlig bekleidungsfremde Produkte, wie Stroh und Metall.
Auch lässt er sich in der Verarbeitungstechnik nichts vorschreiben – sein Motto könnte sein „geht nicht, gibt’s nicht“. Es ist schon verwunderlich, in welche Formen er Leder oder Seide oder Wolle bekommt. Da stelle ich mir seine Crew von Näherinnen und Schneiderinnen vor, die jedes mal die Hände über den Kopf zusammen schlagen müssen, wenn er mit einer neuen verrückten Idee aufwartet. Gaultier muss sowieso ein großes talentiertes Team haben, ohne dies könnte er die Couture-Roben wohl kaum bewältigen.

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Catsuit, bedruckt mit einem Muskelprint

Jean Paul ist einer der letzten wenigen Designer, die noch echte Haute Couture machen. In Frankreich ist es so, dass nicht jeder seine Mode so nennen darf. Es gibt strikte Vorgaben, die erfüllt werden müssen, zum Beispiel muss das Unternehmen seinen Sitz in Paris haben, die Kleider werden von Hand genäht und es müssen zwei Kollektionen pro Jahr gezeigt werden (mehr Infos hier).
Neben Haute Couture macht er auch jährlich mehrere Prêt-à-porter (ready-to-wear) Kollektionen, die aber nicht weniger opulent sind.

Bekannt geworden ist er (und Madonna wohl gleichermaßen) durch das berühmte Spitztüten-Korsett, welches Madonna bei ihren Liveauftritten in den 80er getragen hat. Außer der Sängerin, hatte er noch viele Musen, wie Models oder Schauspieler. Sie dienten ihm als Inspiration und Leinwand, für seine Mode.

Nebst Kleidung für den Laufsteg, war er auch für die Ausstattung von mehreren Filmen zuständig, wie zum Beispiel „Das Fünfte Element„. Wer den Film gesehen hat, weiß dass er sich auch da nicht zurückgehalten hat, mit seiner Kreativität und das war auch gar nicht nötig. Die bunten schrillen Kostüme dienen als ein großer Teil zur Erschaffung der Zukunftswelt in diesem Blockbuster.

Er ist schon viele Jahre erfolgreich in seinem Job, dabei hat er schon viele Kollektionen designed. Besonders auffällig sind immer die Inspirationsquellen, die Gaultier heranzieht zur Entwicklung des Kollektionskonzepts. Oft lässt er sich von weit entfernten Kulturen und deren traditionellen Motiven inspirieren. Oder auch von nicht so weit entfernten Ländern, wie England: in den an die Londoner Mode angelehnten Stücken, wurde Punkmode auf die Spitze getrieben, mit Hilfe von hochwertigen Materialien und klassischen Karomustern, sowie jede Menge schmückende Details.
Allgemein kann man Jean Pauls Mode als sehr detailverliebt ansehen. Man könnte Stunden in der Ausstellung verbringen um die kleinen Verzierungen und die bemerkenswerten Ausarbeitungen entdecken.

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Punkmode deluxe

Um zur Ausstellung zurück zu kommen: sie ist einfach großartig und gefällt mir heute noch so gut wie vor drei Jahren. Ich könnte noch sehr viel darüber schreiben, aber ich denke ich habe schon genug geschrieben.
Jeder der in München ist und sich für Mode interessiert, den kann ich nur raten einen kurzen Abstecher in die Kunsthalle zu wagen. Die Ausstellung könnt ihr noch bis zum 14.2.2016 besuchen.

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Hochzeitskollektion

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Interpretationen von traditioneller Kleidung

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Spitzenrad als Kopfschmuck

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Korsage aus aneinander genähten Satinbändern

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4 Gedanken zu “Review Jean Paul Gaultier Ausstellung Kunsthalle München

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