Fair Fashion - Gedanken, Tips und Lösungen

Fair Fashion – Gedanken und Tips für den eigenen Konsum

Das eigene schlechte Gewissen

Rana Plaza – dieser Name geht mir auf den Keks. Zum einen, da nun inzwischen alle einmal von dem Vorfall dort gehört haben müssten und sich trotzdem nichts merklich verändert hat. Zum anderen, da ich selbst schon längst, vor dem Unfall, von diesen grauenhaften Zuständen in den Textilfabriken wusste und bis heute an meinem eigenen Konsum kaum etwas verändert habe.

Manchmal weiß man gar nicht, weshalb es so nervig ist immer wieder die selben Themen zu hören und zu lesen, bis man versucht sich darüber klar zu werden warum dich das so nervt. In diesem Fall ist mein Grund eben der, dass ich mir selbst zwar große Ziele stecke, um mein eigenes Gewissen zu beruhigen, aber die Durchführung wahnsinnig viel Disziplin erfordert.

Ausreden und Lösungen?

Da kommt mir oft der Gedanke, die Ausrede, die von Vielen verwendet wird, dass Fair Trade produzierte Kleidung um ein vielfaches teurer ist als herkömmlich hergestellte. Da kann man sich nicht mal eben ein vier Euro Top kaufen, dass gibt es da einfach nicht (aus gutem Grund natürlich). Dann werde ich mir aber über die Blödsinnigkeit dieses Arguments bewusst. Der Schlüssel ist weniger und bewusster zu Konsumieren. Anstatt jeden Monat ein Teil bei H&M und co zu kaufen, das Geld ansparen und ein Teil im viertel Jahr bei einem fairen Hersteller zu erstehen. Wenn ich mir meinen Kleiderschrank so ansehe, müsste ich mir vermutlich die nächsten fünf Jahre keine neue Kleidung mehr kaufen, da ich einfach genug von allem habe. Ich habe so viel, dass ich das alles nicht auftragen kann, sondern eher einfach weggebe, da ich Platz für Neues brauche.

Das ist das nächste: anstatt in Klassiker mit Qualität zu investieren, wird nur nach Trends und Schnelllebigem geshoppt. Natürlich lassen sich schlichte Teile nur schwer mit dem Modeherz, das in uns steckt, vereinbaren. Dennoch wäre ich selbst viel glücklicher, wenn ich in meinen Schrank greifen könnte und bei jedem Teil sagen könnte, das steht mir, das sieht gut aus und das fühlt sich auch gut an.

Hohe Preise = Langlebigkeit?

Ein weiteres Problem ist auch, dass Fair Trade produzierte und preislich teurere Kleidung nicht gleich Qualität und Langlebigkeit heißt. Da muss man auf Erfahrungsberichte von anderen zurückgreifen und diesen vertrauen oder einfach in den sauren Apfel beißen. Aber auch hier sagt mein Gewissen wieder: lieber 50 Euro für ein T-Shirt ausgegeben, bei dem ich weiß das Geld wird fair verteilt auf Hersteller, Lieferanten, Vertrieb etc., auch wenn es nach zweimal tragen ein Loch hat oder nach dem Waschen aus der Form gerät. Mit den vier Euro bei H&M ist einzig und allein dem großen Konzern gedient und nicht der kleinen Näherin, ohne die es das Top nie gegeben hätte.

Meine persönlichen Ziele 

Meine Vorsätze sehen also wie folgt aus:
1. Sollte ich das Bedürfnis haben, etwas modisch neues kaufen zu wollen, dann erst einmal die Shops durchsuchen, bei dem sich das schlechte Gewissen nicht meldet
2. Sollte ich etwas neues kaufen müssen, da altes kaputt gegangen ist, wie Schuhe, Winterjacke etc., dann nur im Notfall Kompromisse eingehen

Kompromisse für das Gewissen

Ich weiß die Verführung ist groß. Bei H&M bin ich mir einfach sicher, die Sachen passen mir und ich weiß welche Größe ich dort shoppen muss, damit es gut aussieht. Und gehe ich in ein H&M oder schaue mir den Katalog an, dann finde ich auch immer etwas, dass mir gefällt.
Vielleicht wäre es schon ein Anfang, ein billig Teil im Jahr durch ein Stück aus einem fairen Shop zu ersetzen.

Auch wenn sich die Unternehmen nur langsam bewegen, in der Blogosphäre sehe ich eine große Veränderung. Einige haben umgeschwenkt und wollen ihre Garderobe komplett umstellen. Und wieder andere machen sich wenigstens Gedanken über das Thema und erkundigen sich darüber, unter welchen Zuständen Kleidung gefertigt wird.

Weiterlesen: Kurzer Gedanke und eine Empfehlung
Weiterschauen: die nächsten sieben Tage könnt ihr euch noch die Dokumentationen „Giftiges Leder“ und „Todschick – die Schattenseite der Mode“ auf arte+7 anschauen oder auf WDR.de die Dokumentation „Hungerlohn für hippe Mode“

Mich würde sehr interessieren, wie ihr zu dem Thema steht, schreibt mir gern eure Meinung.

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5 Gedanken zu “Fair Fashion – Gedanken und Tips für den eigenen Konsum

  1. Frenchka schreibt:

    Ich bin da sehr deiner Meinung. In der Regel kaufe ich meine Kleidung auch entweder Fair Trade oder Secondhand. Secondhand hat den Vorteil, dass es echt billig ist. Bei Fair Trade ist halt auch noch das Problem, dass diese Art von Kleidung eigentlich nicht in herkömmlichen Modegeschäften angeboten wird. Daher kennen viele Leute sie gar nicht und kommen nicht auf die Idee sie zu kaufen, obwohl es oft keinen großen Preisunterschied gibt und genauso gut aussieht. Es kaufen also hauptsächlich die Leute Fair Trade Fashion, die sich schon Gedanken gemacht und das Internet nach online-Shops durchwühlt haben. Das ist leider nicht gerade die Mehrheit der schnäppchenwahnsinnigen Deutschen.

    Gefällt 1 Person

    • stephiehouseofwolf schreibt:

      Ja da hast Du recht. Die meisten Deutschen wollen hauptsache billig. Fair Trade Kleidung hat leider immer noch nicht den besten Ruf, in Sachen Preis und Optik, obwohl es da durchaus schöne und günstige alternativen zu herkömmlich produzierten Sachen gibt.
      Ich bin froh, dass wenigstens ein paar Leute wie Du, umdenken und einen Großteil der Kleidung nicht bei den üblichen Verdächtigen kaufen.
      Danke für Deine Meinung zum Thema.

      Viele Grüße
      Stephie

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